Helga Bildens Homepage

Willkommen-Button Artikel-Button Publikationen-Button Vita-Button-aktiv

Vita

Hier finden Sie eine Auswahl meiner Veröffentlichungen:

Tabellarischer Lebenslauf Bildung & Beruf

2.1.1941
geb. in Eschweiler, Krs. Aachen,
Eltern: Sofie Bilden, geb. Kellenter (Hausfrau, später
Landwirtin), und Wilhelm Bilden (Kaufmann)

1947 bis 1960
Volksschule und Neusprachliches Gymnasium (klösterliche Mädchenschule) in Eschweiler

1960 bis 1961
Studium in Bonn und Tübingen: Latein, Geschichte, Politik

1962 bis 1967
Studium in Tübingen: Psychologie und teilweise Soziologie, unterbrochen von einem Semester in Münster

Mai 1967
Diplom Psychologie in Tübingen

1.7.1967 - 31.3.1971
Sozialwissenschaftliche Referentin am Deutschen
Jugendinstitut

Ab 1972
Wissenschaftliche Assistentin  im Bereich Sozialpsychologie des Instituts für Psychologie der Universität München

1975     Promotion zur Dr. phil. (Psychologie, Soziologie, Pädagogik)

1983     Akademische Rätin an demselben Institut

1987     Habilitation, Lehrbefugnis für Psychologie

1995     Außerplanmäßige Professorin

1.10.1996 bis 30.9.1997
Beurlaubung (Sabbathical)

ab 1.10.1997
Teilzeitarbeit (50%)

Ende März 2006
Pensionierung

Zum Verhältnis von Persönlichem und Beruflichem:

Mit dem, was später „geschlechtsspezifische Sozialisation“ hieß, habe ich mich erstmals Ende der 1960er Jahre am Deutschen Jugendinstitut befaßt. In den 1970er Jahren versuchten SozialwissenschaftlerInnen mithilfe des Begriffs ‚Sozialisation‘, soziale Ungleichheit bis in die Konstitution der Subjekte zu verfolgen: Schichtspezifische Sozialisation, später geschlechtsspezifische Sozialisation hießen die Schlagwörter. Ich hoffte, dass das Sozialisations-Konzept es ermöglichen würde, soziologisches und psychologisches Denken interdisziplinär zusammen zu bringen. Es versprach, Handlungsdispositionen und Kompetenzen von Individuen nicht als schlicht anlagebedingt zu denken, sondern als im sozialen Kontext des Aufwachsens erworben. Das schien insbesondere mit Bezug auf Geschlecht ein attraktiver Ansatz, denn angebliche oder empirisch vorfindbare Geschlechterdifferenzen (in den 1970er Jahren fand man mehr davon als heute) wurden umstandslos auf „natürliche“ Unterschiede der Geschlechter“ zurückgeführt. Sozialisation fungierte als Gegenkonzept zu solchen biologisierenden Erklärungen. Meine Artikel zur „geschlechtsspezifischen Sozialisation“ (1980, 1991), die den jeweiligen Stand der feministischen oder Frauenforschung spiegelten, wurden wohl deswegen so einflussreich, weil sie auf das Bedürfnis von Studentinnen nach Selbstreflexion ihres Gewordenseins trafen. Das vage Sozialisationskonzept erfüllte jedoch die hohen Erwartungen nicht. Dass es in den Sozialwissenschaften aus der Mode kam, hat aber sicher auch viel mit Generationswechsel zu tun.

Frauenforschung/feministische Forschung: Tochter einer Mutter, die so etwas wie eine unbewusste Feministin war, und selbst voller Protest gegen Weiblichkeitserwartungen und Frauenbenachteiligung, wurde ich ab 1973 in der Frauenbewegung aktiv. Mit dieser verstand und verstehe ich Wissenschaft als ein mögliches Instrument, das zum Abbau der Geschlechterhierarchie beitragen kann. So begann ich 1976/77 mit den ersten Frauenseminaren und war bei den ersten Frauenforscherinnen der BRD, die (wieder) qualitative Methoden entwickelten (Diezinger u.a. 1983).

Historischer Wandel von Subjektivität: 
Dieses Thema interessierte mich ab Ende der 1980er Jahre, als die Postmoderne- und Subjekt- (bzw. Identitäts-) Diskussionen auf dem Höhepunkt waren. Dabei kam wohl auch das in meiner väterlichen Familie tradierte geschichtliche Interesse zum Tragen. Die Zumutungen einer synthetisierenden einheitlichen Identität hatten schon zur Zeit meiner Dissertation (1975) meinen Widerspruch herausgefordert. So verfasste ich zu postmodernen Konzepten heterogener und pluraler Subjektivität verschiedene Papiere, die eher bei Jüngeren als bei meinen AltersgenossInnen Anklang fanden (Bilden/Geiger 1988, Bilden 1989, 1997, 1998, 2007 sowie 2009, unveröffentlicht, hier als Download) und gab einen Sammelband mit heraus (Keupp/Bilden 1989). 

In der Lehre war es mir wichtig, Wissen, Neugier, Kritik mit dem Persönlichen zu verbinden, mit Selbstverständnis und Weltsicht: Umfassende Persönlichkeitsentwicklung in der Auseinandersetzung mit Wissenschaft statt isolierten Erwerbs von rationalem Wissen war und ist mein Bildungsziel.

Es tut mir im nachhinein sehr leid, dass die Trennung der „Zwei Kulturen“ von Natur- und Geistes/Sozialwisenschaften und insbes. die sozialwissenschaftliche Hybris gegenüber den Naturwissenschaften mich (abgesehen von vielen Diskussionen mit Gabriele Geiger in den 1980er Jahren) davon abgehalten haben, meine schon in der Schule bestehenden naturwissenschaftlichen Interessen stärker mit den sozialwissenschaftlichen zu verbinden. Ein Papier (2003), mit dem ich eine Brücke zu schlagen versuchte, fand wenig Resonanz.

Die Arbeit an der Universität habe ich immer als extreme Vereinseitigung und Verengung empfunden. Seit 1980 wohne ich auf dem Land: Ich brauche Abstand von der Arbeit, von der Unruhe der Stadt, von allzu vielen Anregungen, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen, brauche Grün und Weite. (Bin anscheinend eine Landpomeranze). Mit der Pensionierung habe ich mein Verhältnis zu dem, was wir „Natur“ nennen, intensiviert. Jetzt engagiere ich mich verstärkt im Naturschutz – ein Stück anderes Leben. Muße, z.B. zum Dichten in kleinen Formaten (Haikus und Tankas), verschaffe ich mir aber leider immer noch viel zu selten.

NachOben-Button Zurück-Button Weiter-Button Kontakt-Button
impressum